8.4.5  Wissen über Suchmaschinentechnologie

 

Wissen über die Suchmaschinenoptimierung von Websites (N=69)

Nur 29 Prozent (N=69) der Probanden gaben an, technische Möglichkeiten zu kennen, wie Websites so optimiert werden, dass sie in Trefferlisten von Suchmaschinen möglichst weit vorne landen. Im Weiteren sollten diese Teilnehmer drei technisch mögliche Herangehensweisen angeben, wie eine Suchmaschinenoptimierung von Websites vorgenommen werden kann (offene Frage). Alle Befragten (N=69) gaben mindestens eine Möglichkeit an. Zwei Möglichkeiten wurden von 78 Prozent und drei Möglichkeiten von 56 Prozent bewältigt. Die häufigsten Kernaussagen zu Optimierungsmöglichkeiten von Websites sind in folgender Tabelle einsehbar.

Tabelle 8: Optimierungsmöglichkeiten bei Webseiten (freie Frage)

Keywords optimieren

24,7%

Verlinkung zur Website hin optimieren

21,3%

Verwendung von passenden Meta-Tags

12,1%

Anmeldung der Website bei Suchmaschinen und Katalogen

5,7%

Suchmaschinenwerbung wie AdWords

4,2%

Aktualität des Inhalts

3,4%

Keywords in Domainname

3,2%

Im Rahmen der Internet-Studie „WWW-Benutzer-Analyse W3B“ untersuchte das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Fittkau & Maaß im Juni 2006 spezifische Fragen zum Thema „Suchmaschinen im Internet“. Befragt nach den Gründen für die Trefferhierarchie in Suchmaschinen, glaubten 43 Prozent der Nutzer, dass in den Suchergebnissen jene Anbieter ganz oben stehen, die viel Geld für Suchmaschinen-Marketing ausgeben. Ein Viertel der Befragten meinte, dass jene Anbieter oben erscheinen, deren Seiten programmiertechnisch für Suchmaschinen optimiert sind. 20 Prozent waren davon überzeugt, dass Anbieter mit den auf ihre Suchanfrage am besten zutreffenden Produkten ganz oben stehen. 15,5 Prozent glaubten, dass der jeweilige Marktführer ganz oben in den Trefferlisten steht und 13,2 Prozent, dass der Anbieter mit den am besten passenden Produktinformationen oben erscheint. Nur eine kleine Minderheit von 3,8 Prozent ging davon aus, dass es für die Trefferrangfolge keinen speziellen Grund gibt und dass die Zusammenstellung der Suchergebnisliste zufällig erfolgt. [245]

Funktionsweise von Suchmaschinen nach Eingabe der Suchanfrage (N=240)

Wie bearbeitet Google Suchanfragen bzw. was passiert nach der Eingabe der Suchanfrage? (vgl. dazu Kapitel 3 ). Diese Frage wurde den Teilnehmern der Untersuchung gestellt. Gleichzeitig wurden ihnen drei Antwortvorgaben als Auswahlmöglichkeit vorgegeben. 37 Prozent wählten die richtige Antwort aus: „Google durchsucht seinen Index-Datenbestand“. Rund ein Viertel (23 Prozent) gingen fälschlicherweise davon aus, dass Google in Bruchteilen einer Sekunde das gesamte Internet durchsucht und 4 Prozent dachten, Google durchsucht nur Websites, die dafür bezahlen. Insgesamt wussten somit 64 Prozent (unter Einbezug der 37 Prozent, die mit „weiß nicht“ antworteten) der Befragten nicht darüber Bescheid, was Suchmaschinen nach Eingabe der Suchanfrage bewerkstelligen. Immerhin 27 Prozent der Probanden dachten die Arbeitsweise der Suchmaschinen zu kennen, entschieden sich jedoch für eine falsche Antwort.

Datenspeicherung von Suchmaschinen (N=240)

Nur ein Drittel der Befragten (N=80) wissen, dass Google bei Suchanfragen Nutzerdaten sammelt. 14 Prozent gehen fälschlicherweise davon aus, dass Google das nicht macht. 53 Prozent geben an, nichts über eine Nutzerdatenspeicherung bei Google zu wissen. D.h. 67 Prozent der Teilnehmer sind über die Datenspeicherung von Google nicht informiert.

Um herauszufinden, ob diejenigen, die wissen, dass Google Daten speichert (N=80) genauer darüber Bescheid wissen, welche Daten gespeichert werden, wurden ihnen mögliche Antwortvorgaben vorgelegt, aus denen sie Zutreffende auswählen sollten. Mehrfachantworten waren möglich. Zur Erinnerung sei gesagt, dass Google bei Suchanfragen folgende Nutzerdaten sammelt: IP-Adresse, Suchbegriffe, Browsertyp, Browsersprache, Datum und Uhrzeit der Anfrage sowie Cookiedaten. [246] Die Auswertung ergab, dass falsche Antwortvorgaben nie mehr als 10 Prozent der Stimmen erhielten, während die richtigen Antwortvorgaben stets mehr als 50 Prozent der Stimmen bekamen. Tendenziell kann also davon ausgegangen werden, dass diejenigen, die wissen, dass Google Daten speichert auch recht gut darüber informiert sind, welche Daten dies sind.

Bei der nächsten Frage sollte dieser Personenkreis (N=80) angeben, wie lange die erhobenen Daten von Google ihrer Meinung nach gespeichert werden. Zur Rekapitulation sei erwähnt: Google speichert die erhobenen Daten seit Ende 2007 anstatt auf unbestimmte Zeit „nur noch“ 18-24 Monate. [247] Unter den Befragten herrschte allgemeine Unstimmigkeit: 86 Prozent entschieden sich für falsche Antwortvorgaben: 30 Prozent der befragten Personen für „1-6 Monate“, 26 Prozent für „6-12 Monate“, 5 Prozent für „12-18 Monate“ und 25 Prozent für „auf unbestimmte Zeit“. Nur 14 Prozent wählte mit „8-24 Monate“ die richtige Antwort.

Weiter sollten die Probanden (N=80) eine Aussage darüber treffen, wo die erhobenen Daten gespeichert werden. Zur Erinnerung: Google betreibt weltweit Rechenzentren, die jeweils die komplette Funktionalität der Suchmaschine gewährleisten sollen. Eine Benutzeranfrage wird  im Idealfall an das netztopologisch [248] nächste Rechenzentrum geleitet und von diesem beantwortet. Fällt ein Rechenzentrum aus, übernehmen die verbleibenden Datenzentren die für sie zusätzlich anfallende Rechenlast. [249] In diesen Zentren wird zeitgleich mit der Beantwortung der Suchanfrage auch die Speicherung der Nutzerdaten vorgenommen. Aufgrund der restriktiven Datenschutzgesetzgebung der Bundesrepublik kann derzeit davon ausgegangen werden, dass in Deutschland kein Rechenzentrum von Google betrieben wird.

Bei der Befragung stellte sich heraus, dass 43 Prozent der Befragten nicht wissen, wo Google die gesammelten Nutzerdaten speichert. 8 Prozent waren fälschlicherweise davon überzeugt, dass sie in Deutschland gespeichert werden. Immerhin 50 Prozent wussten, dass Google die Daten im Ausland speichert.

Zum Abschluss dieses Untersuchungskomplexes wurden die Teilnehmer gefragt, ob es sie interessiert, wozu Google die Daten sammelt. 84 Prozent zeigten sich interessiert, während es 16 Prozent „egal“ ist, was mit diesen Daten geschieht.

Die vorliegende Befragung zeigt, dass die teilnehmenden Suchmaschinennutzer über die stattfindende Datenspeicherung nur unzureichend informiert sind und diesbezüglich erheblicher Aufklärungsbedarf besteht. 16 Prozent derjenigen, die wissen, dass Google Nutzerdaten sammelt machen sich über diese Art von Datenspeicherung nur wenige Sorgen.

Die Auswertung der Fragen zur Suchmaschinentechnologie hätte auch dem nachfolgenden Kapitel zugeordnet werden können, da sie inhaltlich mit diesem eng in Verbindung stehen.

 

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