8.4.6  Wissen über Probleme bei Suchmaschinen

Wissen über die Filterung von Suchergebnissen (N=240)

Suchmaschinen sind in Deutschland gesetzlich dazu verpflichtet, illegale bzw. jugendgefährdende Inhalte aus den Suchergebnissen herauszufiltern. Ist dieses Faktum auch den Befragten bekannt? Während 22 Prozent fälschlicherweise zu wissen glaubten, dass Google keine Inhalte herausfiltert, gaben 53 Prozent an, darüber nicht Bescheid zu wissen. Tatsächlich wusste nur ein Viertel, dass Google illegale bzw. jugendgefährdende Inhalte herausfiltert. Auch zu diesem Punkt ist festzustellen, dass das Wissen Dreiviertel der Befragten wenig profund ist und Aufklärungsbedarf besteht.

Wissen über Kontrollinstanzen für Suchmaschinen (N=240)

Der Markt der Suchdienstanbieter in Deutschland ist medienrechtlich (noch) unreguliert (vgl. Kapitel 4.1 und Kapitel 6.2.1 ). Gehen die Befragten davon aus, dass der Suchmaschinenmarkt in Deutschland (wie bspw. der TV-Markt) medienrechtlich kontrolliert wird? 75 Prozent der Befragten gaben an, nichts darüber zu wissen. Weitere 7 Prozent gaben fälschlicher an, dass dem so ist. Nur 18 Prozent wußten, dass der Suchmaschinenmarkt in Deutschland (bisher) medienrechtlich unreguliert ist.

Meinungsbild über Kontrollinstanzen für Suchmaschinen (N=240)

Wer sollte Suchmaschinen nach Meinung der Befragten inhaltlich kontrollieren? 42 Prozent fanden, der Staat sollte diese Aufgabe übernehmen. 39 Prozent plädierten für eine freiwillige Selbstkontrolle der Suchmaschinen, wie es sie auch tatsächlich gibt (vgl. Kapitel 6.2.1 ). 10 Prozent meinten, diese Kontrolle sollten die Internetnutzer selbst übernehmen und 9 Prozent tendierten zu privaten Unternehmen. 

Wissen über persönliche Informationen im Internet (N=240)

Für moderne Menschen ist es heutzutage so gut wie unmöglich, keine digitalen Spuren im Internet zu hinterlassen. Praktisch jede Person besitzt neben seiner wahren Identität zugleich ein mehr oder weniger ausgeprägtes Internet-Profil. Suchmaschinen sind mittlerweile so leistungsfähig, dass sie Suchanfragesteller mit ungewollten Einblicken ins Privatleben anderer versorgen können (vgl. Kapitel 6.2.2 ).

Um herauszufinden, wie sensibel die Teilnehmer dem Thema „eigene Identität bzw. persönliche Daten im Netz“ gegenüber stehen wurden sie befragt, ob sie bei Google schon einmal nach Ihrem eigenen Namen gesucht haben. 88 Prozent (N=211) der Probanden bejahte diese Frage. Sie wurden weiter befragt, welches Bild dadurch über sie vermittelt wird. Während 73 Prozent angaben, dass dies weder positiv noch negativ ist, meinten 9 Prozent, dass es eher positiv ist. 9 Prozent gaben an, es nicht bewerten zu können. Nur drei Befragte glaubten, dass die Informationen, die man über ihre Person frei zugänglich über das Internet abrufen kann, eher ein negatives Bild über sie vermittelt. Für die überwiegende Mehrheit der Internetnutzer ist das Problem einer negativen (evtl. sogar manipulierten) Identität im Internet ‑zumindest zum  jetzigen Zeitpunkt‑ bisher noch nicht akut.

Alle Probanden (N=240) wurden weiter befragt, ob sie glauben, dass jemand in der Lage ist, Informationen über ihre Person im Internet so zu manipulieren, dass dies negative Auswirkungen (bspw. bei einem Vorstellungsgespräch) für sie haben kann. 78 Prozent konnten sich dieses Szenario vorstellen und bejahten diese Frage. Für 10 Prozent war dies nicht denkbar; 12 Prozent der Teilnehmer gaben an, dies nicht einschätzen zu können. Somit besteht für die Mehrzahl der Befragten die latente Angst, durch externe Manipulation von Inhalten die Kontrolle über ihr Internet-Profil zu verlieren.

Einfluss der Suchmaschinen auf den Journalismus (N=240)

Suchmaschinen versorgen auch Journalisten mit wichtigen Informationen. Von daher ist davon auszugehen, dass sie nicht unbedeutenden Einfluss auf die Angebote der traditionellen Massenmedien haben (vgl. Kapitel 6.2 ). Wie denken die Teilnehmer der Untersuchung über diese Tatsache? 60 Prozent glaubten, dass Suchmaschinen wie Google in Deutschland grundlegenden Einfluss auf den Journalismus bzw. die gesellschaftliche Meinungsbildung haben. Hingegen gingen 27 Prozent nicht von einem bedeutenden Einfluss aus. 13 Prozent entzogen sich einer Festlegung und gaben lieber an, nicht genug über diese Thema zu wissen.

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