6.2.3  Jugendschutz und Suchmaschinen

Suchmaschinen verschaffen potentiell Zugang zu Angeboten, die unter dem Gesichtspunkt des Jugendschutzes als problematisch einzustufen sind (bspw. Pornographie, Gewaltdarstellungen, Anleitung zu Straftaten, Zugang zu  Gedankengut verfassungswidriger und terroristischer Organisationen). Daher „entwickelte sich die inhaltliche Regulierung von Suchmaschinen in erster Linie von der Fragestellung aus, wie der Jugendschutz gesichert werden kann.“ [148] So lassen sich trotz der selbst-regulatorischen Anstrengungen der Suchmaschinenbetreiber (vgl. Kapitel 6.2.1 ) weiterhin ‑bei entsprechendem Zeiteinsatz‑ bspw. politisch extremistische, anti-religiöse, pornographische sowie urheberrechtlich bedenkliche Inhalte „ohne weiteres“ finden.

MACHILL weist in Bezug auf diesen Aspekt auf ein zusätzliches Problem hin. So werden ‑nach wie vor‑ bei Eingabe scheinbar harmloser Suchbegriffe in Folge von externer Manipulation (Spamming) Internetseiten mit bspw. pornographischem oder gewalthaltigem Inhalt angezeigt. Er macht dafür die bisher noch nicht ausgereiften Algorithmen der Suchmaschinen verantwortlich und fordert neben der rein automatischen Indexierung weiterhin eine manuelle Qualitätskontrolle, die stichprobenartig prüft und bei Bedarf eingreifen kann. [149]

Google bietet für seine Websuche unter „Einstellungen“ die Möglichkeit, pornographische Inhalte aus den Suchergebnissen herauszufiltern (SafeSearch-Filter). Dabei stehen drei Auswahloptionen zur Verfügung: Keine Filterung (eindeutiger Text und eindeutige Bilder werden immer angezeigt), moderate Filterung (Bilder mit eindeutigem Inhalt werden nicht angezeigt) und strikte Filterung (eindeutige Texte und eindeutige Bilder werden nicht angezeigt). Standardmäßig ist dort der „moderate Filter“ eingestellt, Google empfiehlt jedoch die Einstellung „strikte Filterung“, wenn Minderjährige die Suchmaschine verwenden. [150]

Egal welche Schutzmaßnahmen die Suchmaschinen auch einbauen ist es Eltern in jedem Fall zu raten, ihre Kinder nicht unbeaufsichtigt das Internet benutzen zu lassen. Denn eine absolute Sicherheit, dass sie dort nicht mit jugendgefährdenden Inhalten konfrontiert werden, wird es nie geben können.

suchmaschinenkompetenz.de -> Inhaltsverzeichnis -> Probleme und Gefahren bei Suchdiensten -> Suchmaschinen und Jugendschutz