8.4.4 Subjektive Suchmaschinenkompetenz, Nutzungshäufigkeit und Verwendung von Suchoperatoren

Selbsteinschätzung des Wissens über Suchmaschinen (N=240)

Um mehr darüber herauszufinden, wie die Probanden ihre Suchmaschinenkenntnisse selbst bewerten, wurden sie gebeten, ihren (allgemeinen) Wissenstand zu Suchmaschinen selbst zu beurteilen. 14 Prozent schätzten ihre Suchmaschinenkenntnisse als „sehr gut“, 50 Prozent als „gut“, 32 Prozent als „mittel“ und nur 4 Prozent als „schlecht“ ein. Diese relativ hohe „gute“ Selbsteinschätzung der Nutzer bzgl. ihrer Suchmaschinenkompetenz wurde bereits durch verschiedene frühere Studien bestätigt. Auffällig ist zudem, dass Männer sich dabei „regelmäßig“ besser einschätzen als Frauen. [241] Diese „gute“ Selbsteinschätzung wird durch die vorliegende Studie nicht bestätigt, vielmehr zeigt sich bei der Verwendung von Suchmaschinen eine erstaunliche Naivität und nicht hinreichende Medienkompetenz (siehe noch folgend).

Nutzungshäufigkeit von Suchmaschinen (N=240)

Bei der Frage nach der Nutzungshäufigkeit der Websuche ergab sich folgendes Bild: 44 Prozent der Befragten nutzen Google für ihre Recherchen „mehrmals täglich“, 39 Prozent „einmal am Tag“, 16 Prozent „mindestens einmal pro Woche“ und 1 Prozent „mindestens einmal im Monat“. Damit nehmen insgesamt 83 Prozent der Teilnehmer die Websuche von Google jeden Tag in Gebrauch. Mit diesem Untersuchungsergebnis wird das enorme Ausmaß der Suchmaschinennutzung deutlich. Suchmaschinen sind für viele Menschen heutzutage ein alltäglich genutztes Medium, mit dem sie in Kontakt treten. Zu ähnliche Ergebnissen kommt die WWW-Befragung von SCHMIDT-MÄNZ. In dieser Studie wurden von den Probanden durchschnittlich sogar noch etwas höhere Nutzungshäufigkeiten angegeben („mehrmals täglich“: 73 Prozent, „einmal täglich“: 19 Prozent). [242]

Verwendung von Suchoperatoren

Auch wenn der Umgang mit der Google-Websuche auf den ersten Blick trivial erscheint, gibt es doch eine Reihe von Möglichkeiten bzw. Strategien, welche den Sucherfolg beachtlich verbessern können. Denn die Suche lässt sich auf mehrere Arten weit reichend verfeinern. Eine davon ist die Verwendung von Suchoperatoren [243] . Um zu untersuchen, wie häufig Suchmaschinennutzer ihre Suchanfragen komplex mit Hilfe von Operatoren gestalten, wurden sie im Hinblick auf ihre Kenntnis und Verwendung von Suchoperatoren befragt. 21 Prozent der Teilnehmer (N=50) gaben an, in Bezug auf die Verwendung in Suchmaschinen nicht die Möglichkeit zu kennen, Suchbegriffe mit Hilfe von Operatoren wie UND (+), NICHT (-), ODER (|) zu kombinieren. Die restlichen 79 Prozent (N=190) wurden gebeten auszuwählen, welche der vorgegebenen Suchoperatoren sie kennen bzw. verwenden. Mehrfachantworten waren möglich. Die Ergebnisse veranschaulicht Abbildung 25 .

 

Abbildung 25: Kenntnis und Anwendung von Suchoperatoren (N=190)

Welche der Suchoperatoren kennen bzw. nutzen Sie?

11 Prozent der Probanden meinten, den „UND-Operator“ nicht zu nutzen. De facto bindet Google diesen aber automatisch in seine Websuche ein. Somit wird dieser von allen zwangsläufig genutzt. Der beliebteste (zusätzlich genutzte) Operator mit 45 Prozent ist die Phrasensuche. Sie wird mit Hilfe von Anführungszeichen durchgeführt und veranlasst die Suchmaschine, nach konkreten Wortfolgen zu recherchieren. Gesucht wird also nicht nach dem Wort "x" und getrennt nach dem Wort "y", sondern nur nach der zusammengesetzten Wortfolge "x[LEERZEICHEN]y". Auf Platz zwei und drei folgten die Opertoren „ODER“ und „NICHT“. Sie werden jeweils von gut einem Drittel der Befragten angewandt (36 bzw. 35 Prozent). Nur 9 Prozent dagegen nutzten den Operator „definiere:“. Insgesamt kann also von einer gemäßigten Nutzung von Suchoperatoren durch die Teilnehmer ausgegangen werden. Dieses Ergebnis wird durch die Bertelsmannstudie bestätigt. Hier wurden zum einen in der durchgeführten Laborstudie 80 Prozent der Suchanfragen ohne boolesche Operatoren verwirklicht. Die weitere Befragung der Bertelsmannstudie lieferte ähnliche Ergebnisse: Nur 49 Prozent kennen Suchoperatoren. Davon nutzen sie nur 20 Prozent öfters, 24 Prozent selten und 56 Prozent nie (vgl. Kapitel 7.1 ) [244]

suchmaschinenkompetenz.de -> Inhaltsverzeichnis -> Probleme und Gefahren bei Suchdiensten